Massenware von Spar und Billa

Supermarkt-Lebensmittel in Österreich: Massenware geringster Qualität.

Die harte Realität: Der österreichische Markt wird beherrscht von Massenware mieser Qualität – und das ist zu einem großen Teil selbstverschuldet. 

Österreichs Lebensmittelmarkt wird nahezu vollständig beherrscht von SPAR (mit Eigenmarke TANN) und BILLA (REWE-Konzern, Eigenmarke Hofstädter). Über Jahrzehnte hinweg wurde den Konsumenten durch die Dauerwerbung dieser beiden Giganten eingetrichtert, dass Qualität vor allem über den „Aktionspreis“ oder das „Minus-Prozent-Pickerl“ definiert wird.
Das ist kein Verschulden der REWE-Gruppe mit der Übernahme von Billa, oder der Giganten wie SPAR und Billa als solches, denn Erfolg konnte diese Strategie nur durch die Mentalität der Österreicher haben.

Österreichs “Geiz ist geil” und “Illusion der Heimat”

Das Problem ist eine paradoxe Mentalität, die man in Österreich extrem oft sieht:

  • Die Illusion der „Heimat“: Schon Billa hat es geschafft, den Kunden mit rot-weiß-roten Fahnen und Bildern von glücklichen Kühen auf der Alm ein gutes Gewissen zu verkaufen. Viele glauben ernsthaft, sie kaufen ein Premium-Produkt, nur weil es aus Österreich kommt. Dass „100 % Österreich“ im konventionellen Bereich bei TANN und Hofstädter trotzdem oft nur die industrielle Mindestanforderung (wie die Vollspaltenböden) bedeutet, wird gerne ausgeblendet.
  • Das „Geiz ist geil“-Dilemma beim Essen: Ja, für den Urlaub oder das neueste Smartphone greift der Österreicher gerne tief in die Tasche. Beim Treibstoff für den eigenen Körper – den Lebensmitteln – mutiert der Österreicher aber plötzlich zum Pfennigfuchser. Lieber wird regelmäßig ein billiger Mittagstisch aus hochgradig verarbeitete Industrieware genossen, als selterner, aber dafür gut, Essen zu gehen. Auch das Fleisch muss vor allem billig sein, damit regemäßig das Schnitzel, die Rindssuppe oder der Schweinsbraten auf den Tisch kommen kann.

Der Kontrast zu anderen Ländern, bspw. Italien oder Frankreich, ist brutal:

In anderen Ländern Europas, hat das Essen einen völlig anderen gesellschaftlichen Stellenwert. Ein Italiener spart lieber an anderen Dingen, aber beim Macellaio (Metzger) kauft er das Fleisch, das er vorher sieht, das richtig gereift ist und das einen fairen Preis kostet, weil er den Wert des Handwerks schätzt. Dort wird verstanden, dass Qualität Geld kostet.

Solange die breite Masse in Österreich den Einkaufswagen primär nach Angeboten von Massenwaren und Rabattmarken anfüllt, haben Spar und REWE überhaupt keinen Anlass, ihr System zu ändern. Sie verdienen blendend an der billig produzierten, aber teuer vermarkteten Massenware.

Wer Qualität will, muss das System im Kleinen boykottieren – auch wenn es mühsam ist und man für ein gutes Stück Fleisch extra Wege auf sich nehmen muss.

Wo kann man in Österreich noch sein Fleisch kaufen, wenn man Qualität und Geschmack will?

Wenn keine geschmacklose junge Massen-Milchkuh auf dem Teller landen soll, gibt es nur selektierten Onlinehandel oder Gastronomie-Quellen. Das Problem beim Online-Verkauf von Fleisch ist nicht nur die Kühlkette und das Einfrieren. Es ist auch die fehlende Möglichkeit seine Cuts und “das Stück-Fleisch” selbst auszusuchen.

Der Großhandel ist in Österreich der letzte Zufluchtsort für Feinschmecker und Fleischliebhaber

Metro und Transgourmet, (nicht Kastner), sind in der aktuellen österreichischen Marktlandschaft tatsächlich die besten Zufluchtsorte für Fleischliebhaber, die das Fleisch vor dem Kauf sehen wollen. Da diese Großmärkte für die Gastronomie einkaufen, gelten dort völlig andere Maßstäbe an Handwerk, Zuschnitt und Sortiment als bei Spar und REWE. Wenn Sie dort einkaufen, haben Sie, im Vergleich zu TANN oder HOFSTÄDTER einige massive Vorteile, die Sie gezielt nutzen können:

  • Internationale Herkünfte und Rassen: Wenn Ihen auch das österreichische Fleckvieh aus der Massenhaltung zu wässrig ist, haben Sie dort Zugriff auf Fleischrinder-Rassen wie Black Angus oder Hereford (oft aus Südamerika, Irland oder den USA). Diese Tiere stehen meist ganzjährig auf der Weide, wachsen langsamer und das Fleisch hat die nötige intramuskuläre Fettmarmorierung, damit es in der Pfanne saftig bleibt.
  • Spezial-Cuts für die Gastronomie: Gastro-Metzger schneiden nicht nur Schnitzel. Bei Metro und Transgourmet liegen die Zuschnitte im Regal, die Sie beim normalen “Spar-Markt” oder “Billa” nie sehen werden – vom richtig dick geschnittenen T-Bone über Flank Steaks bis hin zu Skirt Steaks oder Short Ribs.

Es ist zwar traurig, dass man als Privatperson (über Umwege oder Gewerbeschein) in den Großhandel ausweichen muss, um die Qualität zu bekommen, die in Italien, England, Deutschland oder Frankreich im ganz normalen Supermarkt liegt – aber mit Metro und Transgourmet haben Sie zumindest eine verlässliche Quelle, bei der Sie die Qualität visuell prüfen können, bevor das Fleisch in der eigenen Küche landet.

Tipps für Ihre Einkaufsstrategie:

Nutzen Sie die jeweiligen Nischen der Großmärkte aus. Bei den Spezialitäten trennt sich nämlich die Spreu vom Weizen:

  • Lamm bei Transgourmet: Transgourmet ist extrem stark darin, Nischen im Fleischbereich über feiner kuratierte Premium-Eigenmarken (wie Vonatur) oder kleinere, europäische Erzeuger abzudecken. Während Lammfleisch bei Metro oft standardisiert als TK-Ware aus Neuseeland kommt, kriegt man bei Transgourmet oft erstklassige, frische Ware und Salzwiesen-Lamm aus Europa, z. B. aus Irland, Großbritannien oder den Pyrenäen, die eine viel feinere Fettcharakteristik und Geschmack zu bieten haben.
  • Amerikanisches Rind und französisches Geflügel bei Metro: Geflügel ist die Parade-Disziplin von Metro. Durch die enge Anbindung an den französischen Markt (und die dortigen Rungis-Exporteure) hat Metro beim Geflügel die Nase vorn. Wer bspw. echtes Bresse-Huhn, Perlhuhn, Stubenküken oder Taube sucht, findet in den größeren Metro-Filialen fast immer die berühmte französische Qualitätsstufe „Label Rouge“. Diese Tiere wachsen langsam in Freilandhaltung auf und haben eine Fleischstruktur, die man im österreichischen Standard-Handel (wo Geflügel meistens schnellgemästet und extrem wässrig ist) überhaupt nicht kennt.

Mit dieser Einkaufsstrategie umgehen Sie beim Thema Fleisch das kaputte österreichische Supermarkt-System komplett und holen sich die Qualität auf den Teller, für die man sonst in Deutschland, Frankreich oder Italien auf den Markt gehen müsste.

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