Die österreichische Küche: Stark hierarchisch von Wien aus.
Die österreichische Küche wurde stark vom Vielvölkerreich der Habsburger geprägt. Von Wien aus – dem politischen, kulturellen und diplomatischen Zentrum der Monarchie – wurden die Spezialitäten der Kronländer importiert und durch neue Begrifflichkeiten zu einer eigenen Identität gemacht. Die österreichische Küche entwickelte sich also stark hierarchisch aus imperialer Synthese Wiens.
Warum ist das so?
Österreich war das Zentrum des riesigen Habsburgerreiches (Österreich-Ungarn). Wien darin die Metropole. In dieser flossen die Traditionen der umgrenzenden Völker und Regionen zusammen, vor allem die Kronländer: Das Gulasch und die Palatschinken kamen aus Ungarn, die Knödel, die Buchteln und der Powidl aus Böhmen (Tschechien), das Schnitzel (Cotoletta alla milanese) und die Tomaten aus Italien (die ursprünglichst auch nicht aus Italien stammen).
Das Ergebnis: Die österreichische Küche (maßgeblich die Wiener Küche) entwickelte sich zu einer kulturellen Verschmelzung der Armenküchen. Französische Techniken wurden am Hof genutzt, aber als eigene Erfindung »verkauft« und sofort »eingewienert«.
Während sich die Kulinarik in Österreich von »Wien als Zentrum« entwickelte, gab (und gibt es) es in Deutschland eher eine kulinarische Trennung in »Nord und Süd«.

